Getan

Design, das bleibt:
Wie Material und Gestaltung
Trophäen nachhaltig machen

Ein Beitrag von Sustain Awards

Der Preis ist verliehen, das Catering war regional, die Anreise klimafreundlich, die Einladungen digital. Und dann nimmt die Preisträgerin die Trophäe in die Hand: der Moment, an den man sich erinnert. Danach begleitet sie das Objekt noch lange, im Büro, im Regal, im Hintergrund von Videocalls. Was es dabei ausstrahlt, entscheiden Material und Gestaltung. Gerade bei einem Nachhaltigkeitspreis soll es einlösen, was die Verleihung verspricht.

Industriedesign aus recycelten Materialien

Sustain Awards wurde 2015 in Barcelona gegründet, gestaltet Trophäen für Unternehmen, Agenturen und Veranstalter und fertigt sie in der EU. Am Anfang jedes Entwurfs steht das Material, am liebsten eines, das sonst Abfall wäre.

Fischernetze zum Beispiel. Greenpeace schätzt, dass jährlich rund 640.000 Tonnen verlorene oder zurückgelassene Fischereiausrüstung in den Meeren landen, etwa zehn Prozent des Plastiks im Ozean. Oder Reifen: In Europa fallen jedes Jahr mehr als drei Millionen Tonnen Altreifen an. Beides findet bei Sustain Awards den Weg zurück in die Form, als Trophäe aus recycelten Fischernetzen oder aus Gummi ausgedienter Reifen. Dazu kommen Post-Consumer-Kunststoff, Stahl mit Recyclinganteil und weitere Materialien wie Holz, Keramik und Stein.

Sustain Awards behandelt die Trophäe als Gegenstand des Industriedesigns und nutzt den Spielraum für Innovation, den dieses Feld mitbringt. Nach diesem Ansatz entsteht die gesamte Kollektion mit monolithischen, geometrischen Formen und ruhigen Oberflächen. Die Materialien mit Substanz überzeugen. 2026 erhielt die Kollektion bei den Delta Awards des Industriedesign-Verbands ADI-FAD ein “Silbernes Delta” in der Kategorie Accessoires und Werkzeuge.

Die Trophäe des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

Sustain Awards hat die Trophäe des Deutschen Nachhaltigkeitspreises entworfen und gefertigt. Sie besteht zu 100 Prozent aus chemisch recyceltem Acrylglas. Dabei wird Acrylglasabfall bis zum Ausgangsstoff MMA zerlegt und zu neuem Acrylglas (PMMA) aufgebaut. Das Ergebnis ist ein einziger, 25 Millimeter starker Block, ohne Klebstoff und ohne Fügestellen. Die polierte Kante ist Teil des Entwurfs. Sie entstand aus einer fertigungstechnischen Notwendigkeit und wurde zur Formsprache.

„Wir wollten keine ‚nachhaltige Version‘ 
einer Trophäe schaffen, die stillschweigend  Abstriche bei der Qualität macht. Das chemische Recycling sollte das Aussehen des Objekts bestimmen und nicht etwas sein, wofür wir uns rechtfertigen müssen.“

Gestaltung, die zur Marke passt

Auch andere Auftragsarbeiten folgen dieser Linie. Material und Technik werden gewählt, weil sie zum Markenauftritt und zum Design passen. Für die On Squad Race World Series entstand eine Trophäe aus Beton mit recycelten Zuschlagstoffen, für La Vuelta eine aus dem Gummi recycelter Reifen und für das TextilWirtschaft Forum 2026 eine im 3D-Druck gefertigte Trophäe mit feinen Details und exakten Markenfarben.

Wer ein Event nachhaltig plant, denkt die Trophäe mit. Die spannende Frage ist, was sie über den offensichtlichen Anlass hinaus erzählt und ob Material und Gestaltung so gewählt sind, dass sie auch nach Jahren noch überzeugt.

www.sustainawards.de

Veröffentlicht im November 2026.