DGNB e.V.

Eine Einladung, Nachhaltigkeit
im Bauen neu zu denken

Ein Beitrag der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.

Was wäre, wenn nicht die gewohnte Routine unser architektonisches Schaffen bestimmen würde, sondern ein neuer unverstellter Blick auf den Kern nachhaltiger Architektur? Die Ausstellung „What If: A Change of Perspective“ der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. im Berliner Aedes Architecture Forum lädt genau zu diesem Perspektivwechsel ein. Besucherinnen und Besucher erhalten vom 13. Dezember 2025 bis zum 28. Januar 2026 die Möglichkeit, die vielschichtigen Themen des nachhaltigen Bauens zu verstehen und bereits vorhandene Lösungen zu entdecken. Damit will der Non-Profit-Verein Mut machen, positiv in die Zukunft zu blicken und selbst aktiv zu werden.

Die Ausstellung startet mit der Frage: Wann haben Sie begonnen, sich ernsthaft mit nachhaltiger Architektur auseinanderzusetzen? Damit soll beim Besuchenden nicht etwa das Gefühl entstehen, man befasse sich noch nicht lange genug mit dem Thema. Vielmehr soll ein Bewusstsein dafür wachsen, wie viel Pionierarbeit bereits hinter dem steckt, was heute nicht nur möglich ist, sondern in Teilen bereits zum Stand der Technik gehört.

Lernen von guten Beispielen

Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB, beschreibt den Anspruch der Ausstellung als Einladung, „zum Kern nachhaltiger Architektur zurückzukommen“. Eine Aufgabe, die alles andere als trivial ist: Es kostet Mut, eingeübte Handlungsweisen zu hinterfragen und sich auf neue Perspektiven einzulassen.

Die Gewinnerprojekte des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur, den die DGNB zusammen mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis seit 2013 auslobt, stehen Pate für das Lernen von guten Beispielen. Viele dieser Projekte waren ihrer Zeit voraus und zeigen, wie nachhaltige Architektur gelingt, wenn man konsequent über den Tellerrand hinausdenkt.

Seit 18 Jahren versteht sich die DGNB als Impulsgeberin eines konsequent inhaltlichen Ansatzes, der nicht dem Markt, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Besucherinnen und Besucher der Ausstellung werden eingeladen sich die Frage zu stellen, was wirklich zählt. Was wäre, wenn der Anspruch allein wäre, etwas Wertvolles zu schaffen? Etwas Zukunftstaugliches, das Menschen ein Zuhause gibt, das bezahlbar ist und gleichzeitig Antworten auf die Klimakrise bietet?

Gemeinsam soll also ein Perspektivwechsel gewagt werden: Weg vom „So war es immer“ hin zum „So ist es richtig“. Dieses „Was wäre, wenn…“ zieht sich als roter Faden durch die Ausstellung, die die zentralen Themenfelder des nachhaltigen Bauens beleuchtet.

Blick in die Themenfelder

„Was wäre, wenn Klimaschutz im Bauen mehr als eine lästige Pflichtaufgabe wäre?“ fragt der Bereich Klima- und Ressourcenschutz. Hier wird sichtbar, wie Gebäude Teil der Lösung werden können, wenn sie ressourcenschonend, kreislauffähig und energieproduzierend geplant sind und ihr gesamter Lebenszyklus im Blick bleibt. Das Themenfeld Klimaanpassung und Resilienz nimmt den Klimawandel ernst und zeigt Strategien, wie Städte und Gebäude mit Hitze, Starkregen und Trockenheit umgehen können – nicht durch mehr Technik, sondern durch kluge, resilient wirkende Gestaltung. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der Biodiversität: Gebäude können Lebensräume schaffen, das Mikroklima verbessern und Teil funktionierender Ökosysteme sein, wenn man Fassaden und Dächer begrünt und Freiräume umsichtig gestaltet.

Mit dem Fokus auf Mensch und Gemeinschaft stellt die Ausstellung die sozialen Möglichkeiten von Architektur in den Mittelpunkt. Wenn der Mensch zum Maßstab wird, entstehen Orte, die Identität stiften, Begegnung fördern und niemanden ausschließen. Der Themenbereich Flächenschutz und Bestandserhalt lädt dazu ein, radikal neu zu denken: Was wäre, wenn wir gar nicht mehr neu bauen dürften? Dann würde das Weiterbauen im Bestand – Sanieren, Umnutzen, Verdichten – zu einer zentralen Strategie des nachhaltigen Bauens. Schließlich beleuchtet der Bereich Kosten und Risiken, warum Nachhaltigkeit keine Belastung, sondern eine Investition in Zukunftsfähigkeit ist. Ganzheitliche Planung reduziert Betriebs- und Instandhaltungskosten, steigert den Gebäudewert und minimiert Risiken – vorausgesetzt, die entscheidenden Weichen werden früh gestellt.

„What If: A Change of Perspective“ ist mehr als eine Ausstellung. Wer sich darauf einlässt, wird die Räume als Einladung verstehen – zum Weiterdenken, Mitgestalten und Mitbewegen auf dem Weg zu einer nachhaltig gebauten Umwelt.

Wer die Chance nutzen möchte, die Arbeit der DGNB besser zu verstehen und einige Protagonisten des Vereins beim Museumsbesuch persönlich kennenzulernen, hat dazu an einigen Tagen während der Laufzeit der Ausstellung die Gelegenheit. Alle Informationen und Termine gibt es unter www.dgnb.de/aedes.